Die weltweit besten Internet-Geschäftsideen


Internet-Handel mit tragbaren DVD-Playern

Einen etwas ungewöhnlicheren Einstieg in den Online-Handel nahmen Rudolf Riedel und Bernd Schneider. Sie waren zuvor in der Medienbranche tätig. Heute verkaufen sie tragbare DVD-Player. Und das mit großem Erfolg. Mit einem Monatsumsatz von über 60.000 Euro gehören sie mittlerweile nicht mehr zu den kleinen Online-Händlern.

Bevor sie die Firma gründeten, war Geschäftsführer Schneider fast 20 Jahre für Verlage tätig gewesen. Kein Wunder, dass die o3b-media GmbH, die die eBay-Namen leben-und-mehr sowie ks-versandhandel führt, zunächst Medien und ihnen nahe stehende Produkte vermarktete und die Herausgabe klassischer regionaler Verbrauchermagazine mit Onlineportalen verknüpfte. Aus der Plattform www.leben-und-mehr.de hat sich später der Shop entwickelt.

Zufriedenheitsquote: 98,8 Prozent

Bei allem Tun habe man die Erfahrungen des Steuerberaters mit Erkenntnissen bereits selbstständiger Kollegen verknüpft, erinnert sich Schneider. Zunächst hatte auch das Arbeitsamt Unterstützung gewährt. Geld bekamen die beiden von einem Betrieb vorgestreckt. „Jedes Unternehmen, so auch unseres, ist in den ersten zwei Jahren ständigen Veränderungen unterlegen“; erläutert Sales Manager eShopping, Rudolf Riedel. „Von ursprünglich vier Gesellschaftern ist der heutige Geschäftsführer geblieben.“ Inzwischen beschäftigen die Unternehmer zwei Angestellte und sechs freie Mitarbeiter. Über ein Netzwerk werden die darüber hinaus notwendigen Leistungen eingekauft. Das Konzept hat sich bewährt. Heute haben die Media-Spezialisten, die zunehmend in den Bereichen TV, Video und Elektronik zu finden sind, ein Bewertungsprofil von 9.701 bei leben-und-mehr und eine Zufriedenheitsquote von 98,8 % sprechen für sich. Das gilt auch für den monatlichen Umsatz. Der liegt inzwischen über 60.000 EUR.


Service kaum zu finanzieren

Doch Gewinn ist das eine. „Die o3b-media GmbH versucht allgemein als Unternehmen, einen Beitrag zur positiven Gesellschaftsentwicklung zu leisten und gerade jungen Menschen eine Grundlage für den Job zu bieten“, umreißt Bernd Schneider die Ziele des Unternehmens. „Bei eBay hat man freilich gegen das Image des Portals zu kämpfen. Hierfür ist Seriosität und Vertrauen wichtig. Anbieter kommen und gehen und tragen durch ihr Handeln, sei es gut oder schlecht, zum Vertrauen oder zum Vertrauensverlust bei. Wir versuchen, unseren Kunden langfristig ein vertrauensvoller Partner zu sein. Unser Serviceangebot ist mit den Erlösen, die man bei eBay erzielen kann, leider selten zu finanzieren. Dennoch bleiben wir unserem Grundsatz treu und bieten auch im Falle einer Auktion unter unserem eigenen Einkaufspreis die gleiche Qualität und den gleichen Service wie im Sofort-Kauf im eigenen Shop, für den zudem keine Gebühren zu entrichten sind. Was viele nicht wissen oder in dieser Dimension nicht einschätzen können, ist die Höhe der eBay-Kosten, der Gebühren und Provisionen, die jeder Verkäufer zu entrichten hat. Hinzu kommen die Folgekosten, die für eine zweijährige Gewährleistung zurückgestellt werden müssen.“

Ziel: Die Eigenmarken stärken

Ziel ist es für Schneider und Riedel, angesichts der umrissenen Entwicklung, die Produkte über die eigenen Shops zu verkaufen. Bisher vor allem www.leben-und-mehr.de. Welche Produkte sind dies? Nun, mit leben-und- mehr umreißen die Unternehmer eine Palette, die ihren Angaben zufolge in Qualität und Exklusivität außergewöhnlich ist. „Unser Sortiment umfasst heute im Wesentlichen Artikel aus dem Segment Consumer Electronics, die sich verkaufen lassen“, erklärt Rudolf Riedel. Hierunter fallen Kreationen namhafter deutscher Produzenten, der Großteil aber wird in Fernost mit eigenem Branding produziert und importiert. Womit heute fast 90 Prozent der Waren Eigenmarken sind.

Wie bereits erwähnt, wissen die Firmenchefs durchaus um die Schwierigkeiten mit eBay. Doch sie sind sich bewusst: „eBay ist teuer, aber auch weit verbreitet. Viele Handelsunternehmen informieren sich dort und suchen dann den Kontakt zu den Unternehmen. Der Endverbraucher seinerseits hält heute nur noch nach dem billigsten Anbieter Ausschau und findet ihn über die Suchportale, darunter eben eBay.“ Hier sind es in erster Linie Kunden, die einmalig dort einkaufen. Laufkundschaft ergibt sich aus den Forenbeiträgen, die zwischenzeitlich zahlreich zu den o3b-Produkten existieren. Dabei setzt das Unternehmen seine Waren vorwiegend saisonal in größeren Stückzahlen ab. „In Spitzenzeiten verkaufen wir 100 Artikel am Tag. Im Schnitt sind es bei eBay zirka 30 am Tag“, verrät Rudolf Riedel. Spezialisiert hat sich die o3b-media GmbH derzeit bei eBay auf Mediaplayer und portable DVD-Player. Das kommt an, auch in anderen Ländern der Europäischen Union. 80 Prozent aller Käufer fallen in die Kategorie Privatkunden.


Zentrale Warenwirtschaft geplant

Doch wie viele Online-Firmen stehen auch die Macher aus dem Taunus vor immerwährenden Veränderungen. Mit den Bedürfnissen wachsen laut Bernd Schneider die Ansprüche. „Derzeit sind wir in der Entscheidungsphase für eine zentrale Warenwirtschaft, die auf Basis von Business One von SAP oder Office Line von Sage aufgebaut werden und alle Systeme anbinden und steuern muss. 4Sellers bietet eine attraktive Lösung für den professionellen eBay-Powerseller und Onlinebetreiber“, weiß Schneider. Partner für den Online-Shop ist derzeit die Firma CID mit Sitz in Freigericht. Sie liefert Lösungen für den Mittelstand bis hin zu Komplettpaketen für Großhandelsunternehmen. Die Kaufabwicklung bei eBay erfolgt noch über das Workflow-Tool DreamRobot.
Die Käufer honorieren den Service eines seriösen Unternehmens gegenüber einem ,fliehenden' Händler immer weniger. Für ein Schnäppchen wird in Kauf genommen, keine Ware oder Ware aus zweiter Hand zu erhalten. Und der Gesetzgeber tut sein Übriges, um dem Verkäufer das Leben zu erschweren. Er übertreibt den Käuferschutz maßlos. Schließlich ist der Kunde ein mündiger Bürger. Das sollte man in Zukunft wieder mehr bedenken.“

Vom mündigen Bürger

Apropos mündiger Bürger. Die Kunden von o3b-media erhalten regelmäßige Newsletter und Flyer, um sich selbst ein Bild machen zu können. Zudem nutzt das Unternehmen gezielt Foren für sein Marketing. Und Riedel ergänzt: „Ein zufriedener Kunde ist am Ende der beste Werbeträger, koste es, was es wolle.“ Deshalb rät der Sales Manager: „Bleiben Sie fair. Die Billig-will-ich-Mentalität der Deutschen und der Geiz-ist-Geil-Hype haben ihren Zenit längst überschritten.

(Stand: 06.05.2008)


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